Jede Veröffentlichung aus dem Hambi drückt nur die Meinung einzelner Wesen, nicht die der gesamten Besetzung oder des gesamten Waldes aus.
Hier eine Rückmeldung zu ein paar seltsamen Positionen, die über den Blog verbreitet wurden. Wir beziehen uns auf diese beiden Posts:
„Irre“ (https://hambacherforst.org/blog/2025/06/25/irre/)
„Manheim soll weichen – für die Inseln der Reichen“ (https://hambacherforst.org/blog/2025/08/09/manheim-soll-weichen-fuer-die-insel-der-reichen/)
Die grundsätzliche Idee, die sich durch diese beiden Blogposts zieht, lässt sich wie folgt zusammenfassen: Es gibt „böse, böse Leute“, die aus egoistischer Gier unseren Planeten verpesten wollen. Dieser falsch vereinfachten Position möchten wir widersprechen. Den „Bösewichten“ wird weiterhin auch gleich noch eine psychische Krankheit unterstellt, was überhaupt nichts mit der Realität von psychischen Störungen zu tun hat und hier auch einfach ziemlich unpassend wirkt. Die gesamte Welt wird von einem ökonomischen System beherrscht, dass sich Kapitalismus nennt. Einzelne Personen können sich dafür oder dagegen entscheiden dabei mitzuspielen, aber ein dahingeschriebener Angriff auf irgendwelche „Systemlinge“ wird das System nicht ins Wanken bringen, es basiert nämlich auf ökonomischen Gesetzen, die Einzelne dazu bringen, dass sie z. B. die Umwelt verschmutzen. RWE hat den Auftrag von den Anteilseignern der AG so viel Gewinn wie möglich zu erwirtschaften, da spielt der Hambi oder die Umwelt keine Rolle.
Sind die RWE-Bosse schlechte Menschen? Vielleicht. Aber ihre Privat-Person spielt hier keine Rolle, sondern ihre Rolle als Manager, die von den Anteilseignern eingesetzt werden. Wenn sie also nicht dem kurzfristigen Gewinninteresse der Anteilseigner folgen, werden sie ersetzt. Das ist halt die Logik, die hinter diesem System steht. Da spielt die Moral einzelner Individuen keine Rolle, sonst können wir uns gleich erhängen, weil wir alle mal Schokolade gekauft haben, die von versklavten Kindern angebaut wurde. Die Kapitaleigner und ihre Knechte haben sicherlich mehr Schuld auf sich geladen als der Durchschnittskonsument, aber wir sind hier nicht Teil der katholischen Kirche – Schuldig sind wir alle, wir könnten sicherlich irgendwo noch moralischer handeln, als wir es eh schon tun.
Diese ewige Suche nach Sündenböcken ist kontraproduktiv und führt nur zu Sektierertum und Dogmatismus. Wer sich der Freiheit Aller entgegenstellt, muss mit Gewalt rechnen. Dieser Mensch ist ein Knecht der jetzigen Ordnung, aber deswegen nicht gleich ein „Sünder“. Er ist ein Hindernis auf dem Weg zur Befreiung und muss aus dem Weg geschafft werden (d. h. diese Person zur Aufgabe ihrer Rolle zu bringen oder sich nicht von ihr behindern lassen) wenn es auf die freundliche Art nicht klappt, dann zur Not auch mit Gewalt . Wir haben nichts gegen ihn persönlich, sondern gegen die Rolle, die er gerade einnimmt. Legt er diese Rolle ab, so kann uns seine Schuld relativ egal sein – Hass und Rachedurst kann Menschen zerfressen und ist zumeist nicht gerade hilfreich. Es ist meist effektiver den Weg zu beschreiten, der uns alle zur Befreiung führt, als den eigenen Verletzungen hinterherzulaufen. Natürlich ist dieser Hass gegen den Unterdrücker sehr verständlich und ein toter Politiker mehr oder weniger ist auch nicht weiter schlimm, in Anbetracht all der Millionen Toten die durch ihre Entscheidungen geopfert wurden. Doch sollten wir nicht vergessen, dass der Hydra immer neue Köpfe nachwuchsen, wenn einer abgeschnitten wurde. Sie wurde besiegt, indem ihr Rückgrat gebrochen wurde. Die „Bestie“ Kapitalismus kann auch nur gebrochen werden, wenn der ganze Apparat, das System dahinter, ausgeschaltet wird – auf welche Art und Weise ist dann natürlich eine andere Frage, die wir hier nicht beantworten können.
Wir sind keine Ökopriester und suchen keine Sünder, um ihnen Spendengelder abzupressen. In diesem Sinne ist es wohl auch ein guter Apell an alle Menschen, denen die Umwelt am Herzen liegt, sich nicht auf das müßige „Blame-Game“ einzulassen, sondern an tatsächlichen Alternativen und Experimenten mitzuarbeiten. Dieser Wald ist eines dieser Experimente und steht allen Menschen offen, sich an diesem Experiment zu beteiligen. (Solange ihr euch nicht in den Weg der Befreiung stellt und diesen Wald für Forstwirtschaft, Wissenschaft oder Tourismus etc. ausbeuten wollt.)
Freiheit kann nur erreicht werden, wenn Alle die Freiheit haben, zu wachsen und nach eigenem Empfinden ihr Leben zu gestalten – ob Mensch, Tier oder die Natur als Ganzes!
